AnQi - der Weg des Kämpfens, der Philosophie und des Herzens 2

AnQi - der Weg des Kämpfens, der Philosophie und des Herzens
AnQi - der Weg des Kämpfens, der Philosophie und des Herzens
Teil zwei des Interviews mit AnQi Nimbach
Dabei erlernt man nicht nur auszuteilen, sondern nach dem Prinzip des „Yin und Yangs“   sowohl „die harten“ wie auch „die weichen Techniken“ (z.B. Taiji Quan, Qi Gong), oder „die äußeren“ und „inneren Techniken“, wozu u.a. auch die Meditation gehört. Es ist ein komplettes System in dem man erlernt seinen Körper aber auch den Geist und die Seele als Gesamtheit zu betrachten und zu trainieren. Denn ohne das Eine kann das Andere nicht existieren.
Erst wenn man alles in Einklang und Harmonie gebracht hat, die Kampfkunst bzw. auch die Lebenskunst wirklich verstanden hat.

KoM:  Was bedeutet für dich Kampfkunst?

AnQi: Die Kampfkunst ist mein Körper- und mein Lebensgefühl. Sie ist für mich so wichtig wie die Luft zum Atmen. Ich liebe die Kunst und den Sport. Die Kampfkunst hat mir gezeigt wie ich die Elemente verbinden kann und mich dadurch vollkommen lebendig und ausgefüllt fühle.
Es ist eine wahre Bewegungs- und Lebenskunst. Sowohl die Techniken zu erlernen, als auch zu lernen auf seinen Körper, Geist und Herz zu hören, diese zu verstehen und ein besonderes Körper und Lebensgefühl zu erleben.
KoM: Du warst früher ja eine aktive Kämpferin und auch ziemlich bekannt. Dann hast du dich einige Zeit aus der Kampfsport Szene zurück gezogen und die Kampfkünste „im Stillen“ weiter trainiert. Welche Gründe gab es dafür?

AnQi: Ich hatte mich etwas aus dem aktiven Sport zurück gezogen. Ich fand es oft traurig zu sehen, daß sich so viele gute Sportler, Verbände etc., die eigentlich die gleichen Ziele verfolgen, zum großen Teil in Politik und  Streitigkeiten verstricken, während der Sport nur noch in den Hintergrund rückt.

Doch mir war immer einzig und allein der Sport und die Kunst wichtig. Ich wollte nicht zwischen den Fronten stehen, sondern einfach nur meinem Herzen folgen und die Kunst und den Sport erlernen.

Durch den Sport habe ich so viele wunderbare Menschen und Freunde kennengelernt, die  aus den unterschiedlichsten Stilen und Verbänden kamen. Sie haben mich immer wieder ermutigt meinem Weg treu zu bleiben und meinen Träumen und meiner Philosophie weiter zu folgen.
 
 
Daher habe ich die Kampfsportszene für mich immer als eine große Familie gesehen und dieses Gefühl wollte ich mir von nichts und niemanden nehmen lassen nur weil sich einige untereinander nicht verstehen.

KoM: Du bist dann für längere Zeit nach China gegangen. Wie kam es dazu? Welche Eindrücke und Erfahrungen hast du dort gesammelt?

AnQui: Als ich die Kampfkunst “WuShu bzw. Kung Fu“ für mich entdeckte versuchte ich erst hier in Deutschland einen „Meister“ zu finden, der mich mehr darüber lehren konnte. Und ich fand  auch jemanden, was mir allerdings zum Verhängnis wurde. Ich hatte mich zwar bereits viel durch Bücher etc. mit der Kunst beschäftig aber wenn man zuvor nie selber etwas mit eigenen Augen gesehen und erlebt hat kann man manchmal nicht beurteilen ob es richtig oder falsch ist.

So fühlte ich zwar oft, dass einige Bewegungsformen bzw. Übungen nicht richtig sein konnten aber da ich immer Respekt vor meinen Trainern habe folgte ich trotzdem seinen Anweisungen und Techniken. Bis ich merkte, dass es mir nach und nach schlechter ging. Ich bekam Probleme mit den Knien und mein Körper und meine Leistung  bauten langsam ab. Schliesslich musste ich dann ins Krankenhaus und war längere Zeit unter ärztlicher Behandlung.
Leider büsste ich nicht nur mit meiner Gesundheit sondern verlor auch sehr viel Geld und Herzblut, das ich in meinen Traum hineingesteckt hatte.

Da ich aber wie ein „Stehaufmännchen“ bin und immer wissen möchte was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt, hatte ich auch diesmal wieder nicht aufgegeben.
Im Gegenteil: Ich bekam einen noch sehnlicheren Drang nach China zu gehen, um zu sehen wie es dort wirklich ist.
Kurze Zeit später habe ich dann auf einem Kampfsportevent meinen chinesischen Bekannten, und mittlerweile sehr guten Freund, kennengelernt. Er lud mich ein, ihn in China zu besuchen und dort zu trainieren.
Also dachte ich mir ok, da ich jetzt eh schon alles verloren habe, kann es nicht noch schlimmer kommen. Ich beschloss von einem Tag auf den anderen nach China zu gehen, ohne wirklich zu wissen was mich dort erwartete.
Zuerst ging ich nur für eine kurze Zeit. Dann aber kam ich zurück, kündigte meinen Job und ging dann für eine längere Zeit nach China.
Mittlerweile ist China zu meiner zweiten Heimat geworden und ich pendle immer wieder hin und her.
 
KoM: Welche Projekte stehen bei dir momentan an?

AnQi: Meine Projekte sind ganz gemischt, momentan plane ich einiges im Kinder- und Jugendbereich. Vor allem mit schwer erziehbaren oder straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen.
Dann halte ich Vorträge und Workshops an Schulen und arbeite zusammen mit einem guten Freund daran das Pilotprojekt „Deutsche Handarbeit - Schule macht Werbung“ in Deutschland publik zu machen.
Dieses soll Jugendlichen ermöglichen eine Art „Chef auf Zeit“ zu sein und ihnen so neue Zukunftsperspektiven zu geben. Es soll ihre Ziele und kreative Ideen fördern, sie auf der Suche nach  Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten unterstützen und sie darüber hinaus  zu motivieren und zu stärken.
Weiter unterstütze ich auch ein Kinder-Projekt mit „autistischen Kinder“, in dem ich als „Jury Mitglied“ für einen Talent Event in Oktober in England geladen bin.
Bei diesem Event können autistische Kinder ihre kreativen, künstlerischen und erfinderischen Fähigkeiten präsentieren und werden ausgezeichnet.

Zugleich bin ich natürlich auch weiterhin als Trainerin und Personal Coach tätig im Bereich Kampfkunst, Lifestyle, aber vor allem auch Fitness-, Gesundheits- und Bewegungskunst wobei ich je nach Zielgruppe (z.B. Jugendliche, Schauspieler, Business Leute, Frauen etc.) unterschiedliche Trainingsprogramme habe.

Und zu guter letzt habe ich auch Anfragen für Film Projekte und werde u.a. im Juni für eine Produktion und Besprechungen nach Amerika fliegen aber auch in Deutschland, Irland und China steht schon etwas in Aussicht.
Weiter plane ich noch eine eigene Film Produktion, eine Fantasy-Action-Geschichte mit Kindern. Darauf freue ich mich schon besonders.
KoM: Was kannst du unseren Lesern auf Ihren Weg des Sports, der Künste und der Philosophie mitgeben?

AnQi: Ich bin zwar noch kein „Urgestein“, aber ich habe in meinem Leben schon viel erlebt. Es gab immer wieder Lebensabschnitte, in denen ich selbst oft an meine Grenzen gestossen bin oder andere Menschen versuchten, mich von meinem Weg und meinem Glauben abzubringen. Die Kampfkunst und der tiefe Galube an mich selbst haben mich befähigt immer wieder auf mein Innerstes zu hören und meinem Herzen und meiner Philosophie treu zu bleiben. Habe  Respekt vor den Worten anderer, aber entscheide immer selbst, ob sie auch für dich zutreffen.
 
„Es ist nicht wichtig was man im Leben tut sondern wie bewusst man es tut! Dabei ist alles möglich auch wenn der Weg noch so steinig erscheint.
Alle Träume können in Erfüllung gehen wenn man dem Ruf seines Herzen folgt, an sich selber glaubt, seiner Philosophie und Einstellung treu bleibt und Familie und Freunde hat die hinter einem stehen.“
 
AnQi Nimbach

Bildquelle: all-4-artdesign.com

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