Chi Sao Board im Test - Sinn oder Unsinn?

Chi Sao Board im Test - Sinn oder Unsinn?
Chi Sao Board im Test - Sinn oder Unsinn?
Gerade im Wing Chun (oder auch *ing *un)Bereich ist es unheimlich schwer sinnvolle Trainingsgeräte zu finden. Nun kommt die Schweizer Firma Budo Tec mit dem Chi Sao Board auf den Markt. Sinnvolle Trainingshilfe oder eher unbrauchbar? Wir haben es getestet!
Mittlerweile gibt es ja mehr Schreibweisen für Ving Tsun als sonst irgend etwas. Und auch wenn sich alle ein bißchen voneinander unterscheiden, so gibt es doch eine Gemeinsamkeit:

Das Gefühlstraining Chi Sao. Es ist das Herz des Wing Chun Systems und somit überaus elementar.
 
Und es macht einen Höllenspaß, es zu trainieren. Und das muß man auch: Denn nur durch stetige Wiederholung und dem konzentrierten Arbeiten an kleinsten Details, sowie Abfolgen kompletter Sequenzen erlangt man Schritt für Schritt nach vorne.
Das Chi Sao Board leistet Abhilfe

Nun taucht oft folgendes Problem auf: Zum Chi Sao Training braucht man einen Partner. Und der ist nicht immer und überall verfügbar, wenn es einem nach Training gelüstet. Die Firma Budo Tec hat sich dieses Problemes angenommen und mit viel Geduld und Sachverstand das Chi Sao Board entwickelt.
Das Trainingsgerät für das Chi Sao Training zu Hause!
Aber was kann dieses Gerät wirklich? Ich habe mich dieser Frage gestellt und meine mehrjährige Ving Tsun Erfahrung an diesem Gerät ausgelassen.
Zwei starke Stahlfedern

Die Montage ist denkbar einfach.
 
Ein Brett mit einem Schlagpolster schraube ich an die Wand.
 
Unterhalb des Schlagpolsters ist ein Aufsatz mit drei Löchern, in denen die Arme geschraubt werden können.
Dieser Aufsatz hat eine  bestimmte Neigung, der mir die Arme in einem realistischen Winkel entgegenreckt.

Als nächstes nehme ich die Arme.
 
Der erste Eindruck?
Wie auch beim Brett vorher handelt es sich um sehr hochwertiges Material.
 
Die Arme sind schwer, sehr massiv und haben zwei starke Stahlfedern, die ich später noch kennenlernen soll.
Das Chi Sao Board bietet mir drei Trainingsvarianten:

1. Die beiden Arme werden in die äußeren beiden Gewinde geschraubt.
Eine angenehme Schulterbreite. Das ist ganz normales Chi Sao, man kann sofort anfangen zu arbeiten.

2. Das mittlere und ein äußeres Loch wird besetzt.
Das ist schon sehr eng. Aber durchaus im positiven Sinne. Das wird noch ein paar Herausforderungen für mich bereithalten, das spüre ich sofort.

3. Es wird nur ein Arm angeschraubt.
Das Dan Chi sollte immer Trainingsbestandteil sein, egal wie fortgeschritten man ist. Denn nur durch das pedantische Üben der Einzelbestandteile verbessert man sich stetig. Jeder meiner Schüler weiß das.

Und siehe da: Ein wirklich positives Dan Chi Erlebnis. Um einiges besser als ich erwartet habe.
"Du kannst Holz zerschlagen, aber das Holz schlägt nicht zurück!" -  Absolut falsch!
 
Dieses Holz schlägt zurück.
Bereits mein erster beherzter Angriff zeigt mir, das ich aufpassen muß.

Mein Kao Sao will mit einem gut gemeinten Angriffsdruck einen Handflächenstoß auf das Polster setzen.
 
Allerdings war mein Druck wohl etwas zu forsch und der Arm reagiert auf meinen Angriff und taucht in meinem Gesicht wieder auf.

Habe ich erwähnt, daß das Holz der Arme sehr massiv ist?
Ein Gegner aus Holz

Ab jetzt heißt es höllisch aufpassen!
 
Denn dieses Chi Sao Board macht Chi Sao mit mir.
 
Es hat lebendige Arme, die man ziehen, fesseln, paken kann, und noch viele andere Sachen.
Schnell ergeben sich viele Drills und Kombinationen.
 
Und immer wieder muß ich auf eine saubere Ausführung der Techniken und die richtige Kontrolle der Arme achten.
 
Denn will man das Schlagpolster treffen, muß man sich in die Reichweite dieser lebendigen Arme begeben.
 
 
Fazit:

Ein überaus gelungenes Trainingsgerät, das keine Wünsche offen läßt. Es ist kein Ersatz für eine Holzpuppe, war aber auch nie dafür gedacht. Beim Chi Sao Board geht es darum Chi Sao zu trainieren, an Details in seinem Druck und seinen Positionen zu arbeiten, Angriffe zu drillen und Abfolgen  einzustudieren.
Eine absolute Bereicherung für das heimische Training. Aber auch als Trainingsgerät im Schulbetrieb ist es eine sehr sinnige Ergänzung.
Alles in allem ist es ein sehr effektives Gerät, das zum Spielen einlädt und die Trainingssequenzen absolut kurzweilig hält.
Daumen hoch!

 

Bildquelle: KnockOut-Magazin UG (hb)

KnockOut-Magazin

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