Der Wai Khru - Der rituelle Tanz des Muay Thai

Der Wai Khru - Der rituelle Tanz des Muay Thai
Der Wai Khru - Der rituelle Tanz des Muay Thai
Wenn sie jemals einen Muay Thai Kampf gesehen haben, wird ihnen der rituelle Kampf zu Beginn des Kampfes aufgefallen sein. Den Wai Khru Ram Muay. Auch wenn er für den westlichen Zuschauer vielleicht seltsam oder sogar langweilig erscheint, so hat dieser Tanz für den Thaiboxer eine tiefe Bedeutung.
Der Wai Khru Ram Muay wird im Allgemeinen als "Wai Khru" bezeichnet und hat eine lange Tradition und eine tiefe Bedeutung im Thai Boxen, also im Muay Thai.

Vor einem Kampf führt ein Muay Thai Kämpfer diesen Muay Thai Tanz auf um seinem Lehrer und der Familie Respekt zu zollen und den Segen für seinen Sieg im Ring zu erbitten.

Diese choreographierten Bewegungsmuster kommen im Thaiboxen einer Form, wie man sie aus anderen asiatischen Stilen kennt (zB. der Kata des Karate, der Formen des Ving Tsun oder der Pomse im Taekwondo) am nächsten.
Der Wai Khru eines jeden Kämpfers ist einzigartig und wurde ihm von seinem Trainer persönlich übergeben. Das macht diesen Tanz zu einem wertvollen Geschenk für den Schüler und bezeugt so die gegenseitig Ehrerbietung und Verbundenheit.
Im Laufe seines Lebens wird Muay Thai Kämpfer seinen Wai Khru abändern, es werden Techniken hinzugefügt oder auch aus dem Wai Khru Ram Muay herausgenommen. Solche Techniken könnten das kräftige Stampfen vor der Ecke des Gegners sein, oder das Verschießen imagonärer Pfeile in dessen Richtung. Beide Bewegungen symbolisieren Einschüchterung, Herausforderung, aber auch Vertrauen. Das Ritual des Wai Khru wird so personalisiert.
Der Wai Khru ist in der thailändischen Kultur ein heiliger Akt und sollte von seinem Anwender nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Eine laxe und nachlässige Ausführung kann als Beleidigung gesehen werden und dazu führen das man sein Ansehen unter seinen Mitschülern verliert.

Der rituelle Tanz.

Sobald der Muay Thai Kämpfer den Ring betritt, muß er ihn zunächst vor äußeren, negativen Kräften schützen. Dazu bewegt sich der Fighter gegen den Uhrzeigersinn und betet für einen Moment in jeder Ecke. Auf dem Weg von einer Ecke zur anderen berührt er durchgängig mit der rechten Hand das Ringseil, während er die linke Hand an seinem Kopf hat.
Sobald er den Ring versiegelt hat beginnt er mit dem Wai Khru.
Ein Wai Khru kann bis zu fünf Minuten dauern und wird bei einigen Veranstaltungen aus Zeitgründen abgekürzt.
Der Wai Khru ist die Hommage an den Lehrer und die Familie. Das Ram Muay bezeichnet den persönlichen Teil des rituellen Tanzes des Kämpfers.

Der dritte und letzte Bestandteil des Eröffnungsrituals eines Muay Thai Boxkampfes ist das Mongkon und die Prajioud.

Das Mongkon bezeichnet den traditionellen Kopfschmuck des Kämpfers. Dieser Kopfschmuck ist Eigentum der Schule und wird traditionell vom Meister persönlich angefertigt. Von buddhistischen Mönchen gesegnet sollen sie für den Schutz und für den Sieg des Kämpfers sorgen. Das Mongkon ist ein beinahe heiliger Gegenstand mit einer tiefen Bedeutung.  Zum Beispiel darf das Mongkon nie den Boden berühren, da er andernfalls seine Segnungen verliert. Aus diesem Grund betritt ein Muay Thai Kämpfer den Ring immer über die Ringseile, niemals darunter.

Nachdem der Wai Khru durchgeführt wurde nimmt der Trainer das Mongkon wieder an sich, während die Armbänder, die Prajioud, während des Kampfes angehalten werden.
 
Vielerorts wird angenommen, daß die verschiedenen Ausführungen der Prajioud den Rang eines Muay Thai Boxers anzeigen. Dem ist nicht so. Gradiuierungen sind eine Erfindung der westlichen Welt. Die einzigen Errungenschaften eines Muay Thai Kämpfers werden im Ring verdient.

Bildquelle: 123rf

KnockOut-Magazin

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