Filipino Martial Arts (FMA) - Alles ist wichtig!

Filipino Martial Arts FMA Escrima Kali Eskrima Arnis2
In den Filipino Martial Arts werden die Waffentechniken als Erstes gelehrt. Das macht Sinn! In diesem zweiten von drei Teilen erfahrt ihr mehr über die Techniken und die verschiedenen Trainingsinhalte der FMA.

FMA - Teil Zwei - Alles ist wichtig!
In den philippinischen Kampfkünsten gibt es eine wichtige Regel: Die Waffentechniken werden zuerst gelehrt!
Diese Philosophie macht bei genauerer Betrachtung sehr viel Sinn (Siehe: Filipino Martial Arts (FMA) - Geschichte einer tödlichen Kunst).
Nämlich der, das die Waffe eine Verlängerung des Armes ist. Es kann leicht der Eindruck entstehen, das es sich bei den FMA um eine rein auf Waffen basierende Kampfkunst handelt.
Das ist allerdings nicht wahr. In Wirklichkeit sind die Filipino Martial Arts ein komplettes Kampfkunst-System. Das bedeutet, dass, obwohl der Schüler zuerst den Umgang mit Waffen erlernt, diese Kampfkunst eine hohe Vielfalt weiterer Techniken bereithält. Neben Techniken mit Waffen gibt es den Kampf mit Fäusten, Kicks, Hebel, sowie den Ringkampf im Stand oder am Boden. Kein Bereich dieser Kampfkunst ist mehr oder weniger wichtig.
Dies ist für eine effektive Kampffähigkeit von zentraler Bedeutung. Konzentriert sich der Kämpfer nur auf einen oder zwei Teilbereiche des Spektrums, läuft er Gefahr mit einer gefährlichen, technischen Lücke in den Kampf zu ziehen. Da es kaum möglich ist die Attacken oder Konterangriffe des Gegners vorauszusagen, sollte der Kampfkünstler auf alle Möglichkeiten vorbereitet sein.

Die Filipino Martial Arts lehren diese verschiedenen Aspekte des Kampfes gleichzeitig:
Das Escrima / Arnis / Kali umfasst die Techniken und Anwendungen mit Waffen (obwohl es hierzulande meistens als Oberbegriff für Filipino Martial Arts steht), "Dumog" ist eine Art philippinisches Ringen, "Panantukan" bezeichnet die Handtechniken und "Pananjakam" steht für das Training von Tritttechniken.
Obwohl diese Namen von Stil zu Stil, oder von Region zu Region, variieren können, lehren in der Regel alle Stile diese Aspekte.

Gehen wir etwas näher darauf ein:

Panantukan

Als Panantukan bezeichnet man die Handtechniken der FMA. Diese Handtechniken sind Adaptionen der Waffentechniken. Drei Aspekte nehmen direkten Bezug dazu:

Erstens:
Die Schläge  werden nach den selben Prinzipien der Angriffswinkel im Waffenkampf umgesetzt, und als Hammer-Fist, gerader Schlag, Ellenbogenschlag, etc. ausgeführt.

Zweitens:
Die Idee den Körper und dessen Gliedmaßen zu attackieren. Der Fokus liegt darauf die Arme und Beine des Gegners zu zerstören und und ihm die Fähigkeit zu Kämpfen zu nehmen. Fäuste und Ellenbogen
 
 
 
 
werden benutzt um die Gelenke des Gegners anzugreifen und Hebeln dienen dazu um Handgelenke, Knie oder Ellenbogen zu brechen.

Drittens:
In den FMA wird das harte Blocken nicht als die optimale Variante der Abwehr angesehen. Mit und auch ohne Waffen wird versucht den Angriffen auszuweichen oder sie leicht abzulenken. Das bedeutet nicht, das es in den FMA keine Blocks gibt. Es wird nur eine wirkungsvolle Beinarbeit bevorzugt, die es ermöglicht unmittelbar nach einer Abwehr den Gegenangriff auszuführen. Wenn Blocks benutzt werden, dann mit dem Hintergedanken der Zerstörung der Gelenke oder einem Takedown als Folge.
 
 

Quelle: Youtube

Dumog

Dumog ist die philippinische Art des Ringens. Er beinhaltet Hebeltechniken, Würfe, Techniken, die das Gleichgewicht des Gegners rauben, sowie eine Vielzahl von Bodentechniken.
 
 
 
 
Interessanterweise wird dieser Ringkampf ohne, aber auch mit Stöcken ausgeführt. Verriegelungs- und Wurftechniken werden in einem Fluss trainiert, so das ein Angriff oft mit einem Gegenangriff beantwortet wird.

Quelle: Youtube

Panajakman

Auch die Beine spielen eine wichtige Rolle in den Filipino Martial Arts. Ein Großteil der Kicks zielen auf die Beine oder auf die Taille und werden in Verbindung mit den Handtechniken benutzt. Die Beintechniken folgen, wie beim Kampf mit Waffen oder mit den Armen, dem Konzept die Gliedmaßen des Angreifers zu zerstören. 
 
 
 
 
Angriffe auf das Knie, die Fußknöchel, den inneren und den äußeren Oberschenkel, Leg-Trapping und auch Stampftritte gehören zum Repertoire eines FMA-Kämpfers.
Interessant ist hier, das viele dieser Techniken, die die Beine des Gegners unbrauchbar machen sollen, direkt als Antwort auf eintreffende Beinangriffe des Angreifers gegeben werden.

Escrima / Arnis / Kali

Diese Begriffe werden oft benutzt um die Filipino Martial Arts als Ganzes zu beschreiben. Das macht auch Sinn, wenn man bedenkt, das man bereits in der ersten Unterrichtsstunde zur Waffe greift. Aus diesem Grund genießt dieser Aspekt wohl die meiste Aufmerksamkeit.
 
 
 
 
Man sollte aber nicht den Fehler begehen und diesen Trainingsteil als den Wichtigsten anzusehen. Selbst der beste Escrimador kann einmal entwaffnet werden und/oder findet sich eines Tages in einem Bodenkampf wieder. Ohne die Kenntnisse der entsprechenden Techniken könnte dann dieser Fight ziemlich schnell zu seinem Nachteil ausgehen.

Quelle: Youtube

 

Im dritten Teil wird es um das Training, die Konzepte und das drillen gehen.

Den ersten Teil verpasst? Klick hier zu  Filipino Martial Arts (FMA) - Kurze Geschichte einer tödlichen Kunst

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