MMA - Wie brutal ist es wirklich?

MMA - Wie brutal ist es wirklich?
MMA - Wie brutal ist es wirklich?
Mixed Martial Arts ist nichts für Weicheier. Der Vollkontakt Kampf hat hierzulande Kritiker wie auch Befürworter. Die Zahl der Veranstaltungen nehmen stetig zu und die Fangemeinde wächst. Doch wie brutal ist das MMA wirklich?
Die Mixed Martial Arts, das MMA, ist aus der deutschen  Kampfsportszene nicht mehr wegzudenken. Doch auch wenn sich der Sport unter seinen Fans schon lange etabliert hat, ist sich die Öffentlichkeit selbst nach viel Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit noch immer nicht ganz grün, wenn es um MMA geht.
 
Selbst unter  Kampfsportler und Kampfkünstler spalten sich die Lager. Für die einen sind die Mixed Martial Arts sinnloses Geprügel mit enthemmter Gewalt und ohne Philosophie, während andere das MMA als einen sauber durchdachten Kampfsport sehen.
Meist gehören diejenigen, die zu der ersten Gruppe zählen, auch zu denen, die sich nicht wirklich mit diesem Kampfsport auseinandergesetzt haben. Aber nicht nur.

Das MMA ist ein Querschnitt aus zehn weltweit anerkannten Kampfkünsten wie Boxen, Muay Thai, Brazilian Jiu Jitsu, Kickboxen, Judo, Jiu Jitsu und noch einigen mehr.

Treten, schlagen, ringen, springen und hebeln: Die Kunst besteht darin alle Bereiche abzudecken! Bei den Mixed Martial Arts müssen alle diese Disziplinen beherrscht werden.
 
MMA ist also keine wilde Prügelei, auch wenn es für das ungeübte Auge vielleicht so erscheinen mag.
MMA ist ein Vollkontakt-Kampfsport, bei dem es darum geht den Gegner zu besiegen.
Sei es durch einen KO, den Punktestand oder die freiwillige Aufgabe des Gegners.
Die freiwillige Aufgabe ist dabei nicht ehrlos, wie es beim Boxen der Fall wäre (wenn der Boxsport diese Art der Aufgabe kennen würde), sondern kann vor ernsthaften Verletzungen schützen.
Natürlich ist aber auch der Abbruch durch den Ringrichter jederzeit möglich. Ist ein Fighter angeschlagen, wird der Kampf vollständig abgebrochen.
Ein Anzählen und eine Wiederaufnahme des Kampfes wie beim Boxen gibt es nicht. Das könnte zu schweren Verletzungen führen.
Alles ist erlaubt!
So steht es in den meisten Köpfen derer geschrieben, die sich nicht wirklich mit diesem Sport auseinandergesetzt haben.
Das MMA ist eine Sportart, und eine populäre noch dazu. Und wie in jedem Sport gibt es auch hier ein unumstößliches Regelwerk, das die sportliche Fairneß gewährleistet und für den Schutz der beiden Athleten sorgt. Es gibt also durchaus Techniken, die nicht erlaubt sind, wie zum Beispiel das Reißen der Haare, Stiche in die Augen, Beißen oder Tritte oder Kniestöße gegen den Kopf des am Boden liegenden Gegners.
Anders als in den Kampfkünsten beinhaltet das MMA keine Techniken, die auch dazu geeignet sind, den Gegner zu töten. Immerhin wurden diese ursprünglich zu kriegerischen oder Selbstverteidigungszwecken entwickelt, während die Mixed Martial Arts ein reiner Sport sind.

Eine große Rolle spielen beim MMA die sozialen Aspekte. Nach jedem Kampf verbeugen sich die Gegner voreinander, gratulieren sich und zeigen ihren Respekt vor der sportlichen Leistung des Kontrahenten. Und natürlich gehört auch der faire Umgang mit Niederlagen zum Geist und zur Philosophie des MMA. Statt dem Irrglauben der Unbesiegbarkeit anzuhaften weiß man um seine Verletzlichkeit und um die Notwendigkeit sich zu schützen.

Zitat von Ismail Cetinkaya: "Es ist falsch einen MMA-Kämpfer als brutal oder sogar dumm zu bezeichnen. Im MMA ist derjenige vorbereitet, er ist professionell, hat einen Mundschutz und wir haben einen Schiedsrichter. Er weiß genau, wie er sich schützt, ich weiß, wie ich mich schütze - das ist ein fairer Kampf. Mein Ziel ist es nicht den Gegner blutig zu schlagen, mein Ziel ist es zu gewinnen."
 
 
Ist der Käfig ein Zeichen für eine gesteigerte Brutalität der Kontrahenten?
 
Mitnichten! Auch wenn der Oktagan martialisch anmutet, so ist er doch da um die MMA Kämpfer zu schützen.
Der Käfig verhindert das Rausfallen aus dem Ring, bei den häufigen und dynamischen Wurftechniken, mit denen der Gegner zu Boden gebracht werden soll.

Besonders brutal mutet die folgende Technik an: Ein MMA Kämpfer liegt am Boden. Der Gegner sitzt rittlings auf ihm und deckt ihn mit Schlägen ein, eine Ground-and-Pound Technik. Es wirkt so, als wäre der am Boden liegende Kämpfer wehrlos, dabei hat er aus dieser Position aber noch mehrere Möglichkeiten sich zu befreien und das Blatt zu wenden.

Das MMA ist ein sehr spannender, aber auch ein sehr harter Sport. Eben ein Vollkontakt- Sport, wie auch das Boxen. Dennoch sind Fernsehübertragungen in Deutschland verboten. Wahrscheinlich, weil das MMA auf den ungeschulten Zuschauer wohl extrem gewaltüberladen wirkt.
 
Verantwortliche Stellen äußerten sich 2010 so : „Der Fernsehausschuss hält die genannten Formate durch die Massivität der gezeigten Gewalt für nicht akzeptabel“, hieß es da. Und weiter: „Die darin stattfindenden Tabubrüche, wie das Einschlagen auf einen am Boden liegenden Gegner, widersprechen dem Leitbild eines öffentlich-rechtlich getragenen Rundfunks.“
Auch wenn ich immer sehr dafür bin, das sich die Fernsehanstalten ihren Ausstrahlungen gegenüber verantwortlich zeigen, sähe ich es doch in diesem Fall lieber, sie würden so halten, wie sonst auch: Sich eben gar nicht erst  äußern und die Nachfrage bedienen. Das in Verbindung mit neutraler Aufklärung, um der Entstehung von verantwortungslosen, jugendlichen Schlägern entgegen zu wirken, die ihre Minderwertigkeitskomplexe lieber mit dem Verprügeln von wehrlosen bedienen als einen anständigen Sport, wie zum Beispiel das MMA zu erlernen. Aber zu viel sollte man nicht erwarten. Entwicklungen wie das MMA sind für viele, genau wie auch das Internet, einfach Neuland.

Bildquelle: 123rf

KnockOut-Magazin

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