Die Psychologie des Kampfes

psychologie des Kampfes
 
"Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene"
Muhammed Ali
Kämpfen gehörte vor zum Alltag unserer Vorfahren. Anfangs mussten sie sich gegen riesige Tiere durchsetzen, später kämpften Völker gegen Völker und kaum ein gesunder Mann wurde nicht eingezogen, um in Kriegszügen neue Länder zu erobern oder das eigene Territorium zu verteidigen. Heute führen wir eher psychische Kämpfe aus anstatt uns körperlich auseinanderzusetzen.
 
Der Umgang mit dem Kampf ist uns verloren gegangen und im Ernstfall fällt es uns schwer die notwendigen Maßnahmen abzurufen.

Bei einem Angriff steigt unweigerlich der Angstpegel. Der Körper will mit Adrenalin vollgepumpt und das Danken blockiert. Was in Urzeiten lebensnotwendig war und zu einer Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit führte, kann heute eine Handlungsblockade bedeuten. Der Körper wird unter Stress schmerzunempfindlicher, die Muskeln mehr durchblutet, was jedoch dazu führt, dass unser Gehirn weniger versorgt wird.
Im Kampf führt das dazu, dass erlernte Verteidigungsstrategien nicht abgerufen werden können. Hinzu kommt eine natürliche Hemmschwelle, anderen Schmerzen zuzufügen.
Deshalb gehen in einem brutalen Straßenkampf nicht immer die besten Kampfsportler als Sieger hervor, sondern die mit der größeren Gewaltbereitschaft.

"Fest und stark ist nur der Baum, der unablässig Winden ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln", schrieb eins Lucius Annaeus Seneca.
 
Ein gutes Kampfsporttraining sollte diese Aspekte bedenken und immer wieder schulen: Angriff und Verteidigung in Stresssituationen. Einen klaren Kopf bewahren, auch wenn erste Treffer schmerzen und der Gegner rücksichtslos vorgeht.

Kämpfen bedeutet zuerst den Sieg über sich selbst erringen: Versuchen ruhig zu bleiben, die eigenen Chancen einschätzen und die notwendigen Mittel wählen.
Und ein alt bekannter Spruch lautet: Die beste Selbstverteidigung ist Weglaufen. Einem Kampf aus dem Weg zu gehen hat nichts mit Feigheit zu tun, sondern mit Besonnenheit. Nur, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, muss man sich dem Kampf stellen.
 
 
Muhammed Ali hat mit seinem oben genannten Zitat die richtige Kampfstrategie beschrieben. Geschmeidig bleiben wie ein Schmetterling und gezielt zustechen wie der Stachel einer Biene. Wer verkrampft, wahllos zuschlägt kann nicht siegen, sondern erhöht das Risiko selbst schmerzhaft getroffen zu werden.
Gerade in der Tierwelt gibt es viele Beispiele für erfolgreiches Kämpfen. Die Shaolin-Mönche haben sich viele Techniken aus der Welt der Tiere abgeschaut.
Tiere bleiben ihren Kampftechniken treu, auch wenn das Adrenalin in jeder Pore pocht. Sie bewegen sich geschickt, setzen ihre Techniken gezielt ein und sie flüchten, wenn der Gegner zu übermächtig ist.
 
Bildquelle: 123rf
KnockOut-Magazin

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