Thaiboxen: Die Abhärtung der Schienbeine

Thaiboxen: Das Abhärten des Schienbeins
 
 
Das Abhärten der Schienbeine ist sehr wichtig im Thaiboxen. So extrem wichtig, dass, lange bevor es Trainingshallen in Thailand gab, die Muay Thai Kämpfer gegen Bananenstauden traten, um ihre Schienbeine abzuhärten. Und das tun viele heute noch.
Dazu sei angemerkt, dass die Stämme der Bananenstauden nicht mit der Härte einer deutschen Eiche verglichen werden können. Die Stämme der Bananenstaude sind weicher als die Stämme anderer Bäume. So können sie ziemlich hart getreten werden, ohne dass man sich die Beine bricht.
Aber darum soll es hier nicht gehen, nicht zuletzt aufgrund der mangelnden Bananenstauden hierzulande.

Nicht nur Thaiboxer sind auf das Abhärten der Schienbeine angewiesen. Jeder Vollkontaktsportler, ob er Muay Thai, MMA, Kyokushin Karate oder ähnliches praktiziert, kommt recht schnell an diese Thematik. Die Schienbeine müssen härter werden.

Zu der genauen Funktionsweise im Körper gibt es zwei vorherrschende Meinungen:

1.  Das Wolffsche Gesetz, das besagt, dass sich der Knochen durch Belastung verfestigt und sich aufbaut. Im Umkehrschluss degeneriert ein Knochen sogar, wenn er nicht dauerhaft belastet wird.
2.  Der Knochen wird nicht stärker oder härter, sondern die Nerven in der Knochenhaut des Schienbeins desensibilisieren sich und der Kämpfer wird so schmerzunempfindlicher.


Aber zuerst einmal haben wir Schienbeine, die an der Pratze, am Sandsack oder am Partner schmerzen. Wie können wir die Schienbeine abhärten?

Müssen die Lowkicks jetzt bedingungslos gegen Bäume, Betonpfeiler und Baseballschläger durchgezogen werden um ein guter Vollkontaktler zu werden?

Auf keinen Fall. Auch wenn es da die derbesten Mythen gibt.

Es genügt zu Anfang gegen den Sandsack oder gegen die Pratze zu kicken. Weiter gibt es die Methode mit einem runden Stück Holz oder einer Flasche leicht über die Schienbeine zu rollen. Die Intensität wird nach einiger Zeit verstärkt werden können. Dazu bitte immer fleißiges Sparring mit Schienbeinschutz. Erfahrung und Trainingsfortschritt werden die Schmerzgrenze verschieben.

Im Laufe des Trainings lernt der Körper mit dem Schmerz umzugehen und stumpft gegen gewisse Schmerzimpulse ab. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, das Kampfsportler Schmerzen anders wahrnehmen.


Aber auch vom psychologischen Standpunkt sollte auf gar keinen Fall direkt "hart" ins Training eingestiegen werden.

Wenn der Fokus eines Anfängers nicht auf der Entwicklung der Technik, sondern auf das Vermeiden von Schmerzen liegt, ist es schwer für ihn Fortschritte in seinem Kampfsport zu verzeichnen.



Harte, oder schmerzunempfindlichere Beine zu bekommen ist also keine hohe Kunst oder die totale Verachtung körperlicher Warnsignale, sondern es sind Eigenschaften, die Kampfsportler schon seit jeher auszeichnen. Der Fleiß, die Ausdauer und den Willen niemals aufzugeben!

 
 
 
 
KnockOut-Magazin

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