Verbotene Waffen in Deutschland

 
Für jeden Kampfsportler, aber besonders für Waffenkämpfer ist die Frage interessant, welche Waffen in Deutschland erlaubt sind. Und was bedeutet "erlaubt" überhaupt? Geht es um die Erlaubnis des Besitzens oder des Führens? Hier kommt Licht ins Dunkel:
Ein Waffenschein ist kein Freibrief zum Besitz oder zur Nutzung aller erhältlichen und bekannten Waffen. Natürlich gibt es Waffen, die in Deutschland verboten sind. Deren Besitz stellt eine Straftat dar und wird mit Geldstrafe und/oder Gefängnis geahndet. Gerade für die Waffenkämpfer unter uns ist es wichtig das Waffengesetz zu kennen um einen Fauxpas beim Waffenbesitz zu vermeiden.

Hier sind einige Beispiel, um der Definition der verbotenen Waffen einen Charakter zu geben.
 
Das Führen dieser Waffen ist in Deutschland strafbar.
  • Nunchakus
  • Kriegswaffen
  • vollautomatische Schusswaffen
  • Springmesser mit einer Klinge von über 8,5 cm
  • verbotene Gegenstände, die als Waffen eingesetzt werden können.
  • ...

Hieb- und Stoßwaffen

Das sind nach dem Gesetzeswortlaut Gegenstände, die dazu bestimmt sind, durch Hieb, Stoß, Schlag, Wurf oder Stich Verletzungen zuzufügen.
Der Besitz ist ab 18 jahren frei. Jedoch ist das Führen dieser Waffen außerhalb des eigenen Besitztums nach §42a Waffengesetz verboten.

Beispiele dafür sind:
  • Schwert
  • Teleskopschlagstock
  • Schlagstock
  • Bajonett
  • Dolch
  • ...
 

 

Deutschland kennt auch eine ganze Reihe verbotener Messer, die nicht besessen werden dürfen:
Beispiele:
 
  • Spring- und Fallmesser, beidseitig geschliffen, mit einer Klingenlänge von über 8,5cm.
  • Butterflymesser (Balisong)
  • Faustmesser
  • Schlagring- oder Knöchelmesser
  • OTF-Springmesser
  • Kugelschreiber-Messer
  • ...

Ausnahme für bestimmte Springmesser!
Der Gesetzgeber hat einige Springmesser von dem Verbot ausgenommen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • Die Klinge springt aus der Seite des Schafts, nicht aus der Front.
  • Die Klingenlänge (aus dem Griff stehende) beträgt nicht mehr als 8,5cm.
  • Die Klinge weist in der Mitte eine Breite von mindestens 20 Prozent der Klingenlänge auf.
  • Die Klinge ist nicht bediseitig geschliffen.
  • Die Klinge hat einen durchgehenden Rücken.
Um von dem Verbot ausgenommen zu werden muss ein Springmesser ALLE diese Voraussetzungen erfüllen.
 
Nun gibt es in Deutschland Gegenstände, die komplett verboten sind. Das bedeutet, das man diese Waffen ohne eine Ausnahme genehmigung des BKA weder erwerben noch besitzen darf. Der Verstoß gegen dieses Gesetz bedeutet eine Straftat, die mit Geldstrafen und/oder Gefängnisstrafen bis zu fünf jahren geahndet wird. Zu den verbotenen Gegenständen zählen nicht nur Waffen, sondern auch Gegenstände, die Menschen erhebliche Verletzungen zufügen können.
Beispiele für verbotene Gegenstände sind:
  • Stahlrute
  • Schlagring
  • Würgegeräte (auch Soft-Nunchakus)
  • Wurfsterne
  • Faustmesser
  • Airtaser (Elektroimpulsgerät. Übertragung von Elektroimpulsen durch leitungsfähigen Flüssigkeitsstrahl oder durch eine Leitung verbundene Elektroden.)
  • ...

Welche Messer darf man nun bei sich führen?

Grundsätzlich darf man alle nicht verbotenen Messer in der Öffentlichkeit führen. Es gibt jedoch eine Einschränkung für öffentliche Veranstaltungen. §42 des Waffengesetz regelt: "Wer an öffentlichen Vergnügungen, Volks-
festen, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Märkten oder ähnlichen öffentlichen Veranstaltungen teilnimmt, darf keine Waffen im Sinne des § 1 Abs. 2 führen."
Achtung: Die allabendliche Party in Disco und Kneipe zählt nicht zu den in §42 erwähnten Veranstaltungen.
Messer, die nicht als Waffe eingestuft werden, dürfen sogar zu Veranstaltungen nach §42 mitgenommen werden. Also Vorsicht.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wie muss ich ein Messer führen?
 
Muss ich das Messer sichtbar bei mir führen?
Nein. Dem Gesetzgeber ist es gleich, wie man ein Messer bei sich führt. Es spielt keine Rolle, ob es am Gürtel, in der Hosentasche oder in der Jacke, ob sichtbar oder unsichtbar getragen wird.
Eine verdeckte Trageweise, wie es in der Selbstverteidigung typisch ist, ist absolut zulässig.

Ausweispflicht!

Unbedingt zu beachten ist:
Wer eine Waffe führt, auch erlaubte Hieb- und Stichwaffen oder erlaubte Springmesser, muss seinen Personalausweis oder seinen Pass mit sich führen. Wer sich hier nicht in dieser Weise ausweisen kann verstößt gegen das Waffengesetz.
 
 
 
 
Bildquelle: 123rf
 
KnockOut-Magazin

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