Zivilcourage: Nicht wegschauen ...

 
Immer wieder liest und hört man, von Verbrechen bei denen die Täter ungehindert vorgehen konnte, ohne, dass Passanten eingriffen. Viele Taten hätten verhindert werden können,  wenn Mitmenschen Zivilcourage gezeigt hätten. Und sicherlich würden Kriminelle in vielen Situationen nicht so skrupellos vorgehen, wenn sie wüssten, dass wir ein Volk mit Zivilcourage wären.
Opfern helfen bedeutet nicht sich selbst in Gefahr zu begeben. Wegschauen, tatenlos weiter gehen ist jedoch keine menschenwürdige Alternative. Die bekannte Opferhilfs-Organisation "Der Weiße Ring e.V." hat eine bundesweite Kampagne zu diesem Thema ins Leben gerufen.

In einer Infobroschüre empfiehlt "Der Weiße Ring" bei Beobachtung eines kriminellen Übergriffs folgende Verhaltensweise:
  • Ruhig bleiben! Behalten Sie die Selbstkontrolle.
  • Auch wenn viele Personen "vor Ort" sind, zeigen Sie Entschlossenheit und reagieren Sie! Denn: Je mehr Personen am "Tatort" sind, desto weniger Menschen helfen, weil jeder denkt, ein anderer wird schon etwas tun!
  • Machen Sie andere Menschen auf die Notsituation aufmerksam! Handeln Sie sofort!
  • Je länger Sie zögern, desto schwieriger kann es für Sie werden, einzugreifen!
  • Helfen Sie, ohne sich dabei selbst in eine Gefahrensituation zu bringen!
  • Fordern Sei aktiv und direkt zur Mithilfe auf! "Sie in der blauen Jacke, bitte rufen Sie die Polizei!" - "Sie dort mit der Aktentasche: Halten Sie bitte ein Auto an."
  • Kümmern Sie sich um das Opfer!
  • Nehmen Sie Blickkontakt zum Opfer auf, sprechen Sie die Person direkt an - nicht erst, wenn sie oder er am Boden liegt!
  • Wenden Sie sich immer direkt dem Opfer zu, nicht dem Täter. Nicht  fragen: "Brauchen Sie Hilfe?" ... "Kann ich Ihnen helfen?" ... "Was ist los?" ... Das Opfer könnte "Nein" sagen, weil es die eigene Hilflosigkeit nicht eingestehen will oder Angst hat. Besser ist: Ein direktes Hilfsangebot machen! "Ich helfe Ihnen"/ "Kommen Sie zu mir!"
  • Sprechen Sie laut und deutlich!
  • Provozieren Sie den Täter nicht!
  • Setzen Sie keine Waffen ein - die könnten gegen Sie verwendet werden und Sie verletzen!
  • Bei Ansprache des Täters, siezen Sie ihn, damit andere Passanten wissen: Er ist Ihnen unbekannt.
  • Niemals den Täter beschimpfen oder anfassen: Die Situation könnte eskalieren!
  • Lassen Sie sich nicht provozieren!
  • Fordern Sie höchstens direkt und unmissverständlich zum Gewaltverzicht auf! "Aufhören!"/"Hören Sie damit auf!"
  • Organisieren Sie Hilfe! Arzt, Krankenwagen, Polizei etc.
  • In der U- oder S-Bahn: Ziehen Sie die Notbremse, falls die Situation eskaliert.
  • Im Bus/in der Straßenbahn: Gehen Sie zum Fahrer und melden Sie im die Notsituation.
  • Merken Sie sich Gesicht, Kleidung und ggf. den Fluchtweg des Täters!
  • Erstatten Sie Anzeigen gegen den Täter
  • Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung! So werden Täter schneller ermittelt und womöglich weitere Straftaten verhindert!

 

Bildquelle: 123rf
KnockOut-Magazin

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